Wissenswertes zu Berührungen und Babymassage

Jeder Mensch braucht Nähe Geborgenheit und liebevolle Berührungen –junge Menschen alte Menschen und natürlich vor allem Babys. Durch das Berühren der Haut – das größte Organ des menschlichen Körpers- werden tausende Nervenenden erreicht welche mit allen anderen Organen, Geweben, Fasern und Zellen des Körpers verbunden sind. Aus diesem Grund kann über die Haut das gesamte System des Menschen positiv beeinflusst werden. Jede Berührung, Massagegriff und Streicheleinheit wirkt auf den Körper und Geist stimulierend, regulierend und unterstützend.

Durch langsame Brührungen und Streichungen, wird das Hormon Oxytocin ausgeschüttet -im Besonderen auf der Vorderseite des Körpers. Beeindruckend ist das Oxytocin, auch das „Liebeshormon“ genannt, sowohl bei der Babymassage beim aktiven Part, dem Baby -als auch beim passiven Part bei der Mama oder dem Papa ausgeschüttet wird. Durch umfangreiche Forschungen und wissenschaftliche Untersuchungen wurde festgestellt, dass Oxytocin eine wichtige Rolle für das gesamte Bindungs- und Sozialverhalten von Menschen hat.

Sanfte Berührungen sind

  • wertvolle Zeit zwischen Baby und Eltern
  • bindungs- und entwicklungsfördernd
  • erste Hilfe Maßnahme in schwierigen Situationen mit Baby
  • Entspannung und Stressreduktion
  • Stärkung der Regulationsfähigkeit
  • Linderung bei Schmerzen (Blähungen, Zahnen…)

Bei Berührungen und Massagen wird bei Babys besonders der Stoffwechsel angeregt – das bedeutet, dass die Massage für Babys sehr anstrengend sein kann – und es schneller hungrig wird, gestillt werden will, ein Fläschchen möchte odr auch müde wird und schlafen will. Sensible Babys brauchen einen besonders sanften Einstieg in die Babymassage.

In meinem Babymassageangeboten achte ich darauf schützende Rahmenbedingungen für die Bedürfnisse deines Babys und für dich zu schaffen.

Du kannst die Kurseinheit jederzeit unterbrechen, um dein Baby zu stillen oder ihm ein Fläschchen zu geben. Auch wenn dein Baby im Moment nicht berührt oder massiert werden will, weint oder müde ist –achte ich darauf dass es dir und deinem Baby gut geht.

Sollte dein Baby sensibel sein –gibt es für dich als Mama oder Papa  unterschiedliche Möglichkeiten wie du dein Baby sanft auf die Berührungseinheiten einstimmen kannst. Gerne begleite und unterstütze ich dich dabei euren gemeinsamen Weg zu finden.

Für die meisten Babys sind klassische Massageeinheiten wie wir uns das als Erwachsene so vorstellen- und meistens auch sehr genießen- jedoch zu viel an Reizen! Um die innere Welt von Babys besser verstehen zu können möchte ich zum näheren Verständnis kurz auf das autonome Nervensystem eingehen.

Die Aufgabe des autonomen oder auch vegetativen Nervensystem in unserem Körper ist zuständig für Anspannung und Entspannung. Manche Menschen – Erwachsene als auch Babys und Kinder haben Schwierigkeiten sich zu entspannen und befinden sich in einem Zustand von erhöhter Wachsamkeit. Der fachliche Begriff dafür lautet Nervus-Sympatikus und dieser Teil des Nervensystems sorgt für Wachheit, Leistungsfähigkeit und ist zuständig für die Mobilisierung von Kräften in Stress – und Gefahrensituationen.

Es gibt verschiedene Merkmale an denen erkannt werden kann ob bei einem Baby der Sympathikus gerade aktiv ist. z.B. erzählen Eltern, dass ihr Baby kaum schlafen würde –immer Beschäftigung und Abwechslung bräuchte, und sonst unzufrieden sei und zu weinen beginnen würde. Sie selbst geraten durch die Dauerbeschäftigung mit dem Baby im Alltag in einen steigenden Spannungszustand – und in diesem  Moment befinden sich Eltern und das Baby in einem erhöhten und belastenden Stresszustand – Baby und Eltern stecken sich gegenseitig an.

Natürlich gibt es auch den Teil des Nervensystems der für Entspannung, Verlangsamung, Schafbereitschaft, Appetit und Verdauung zuständig ist – der Nervus Parasympathikus (oder auch Vagus).

Babys mit einer guten Regulationsfähigkeit erkennst du, wenn sich die beiden Teile Sympathikus und Vagus abwechseln.

Um euch zu unterstützen damit ihr erkennt in welchem Zustand sich euer Baby gerade befindet – beginne ich die „Massageeinheiten“ mit sanften Berührungen.

Für Babys, die Schwierigkeiten mit ihrer Regulationsfähigkeit haben kann es auch sein, dass es über längere Phasen bei sanften Berührungen bleibt.

Ich begleite euch gerne zu erkennen, was euer Baby von euch gerade braucht – oder auch was es in seinem momentanen Zustand an Berührung aushält.

Weiters habe ich verschiedene Utensilien damit die Zeit der Babymassage für dein Baby als auch für die Mama oder den Papa so angenehm wie möglich wird – Es wartet auf euch ein heller freundlicher Raum mit weichen warmen Matten, kuschelige Massagedecken, Stoffwindeln zum Kuscheln, Hörnchen als Begrenzung für den Kopf, Tee und Kaffee und vieles mehr.

Ich freue mich dich und dein Baby kennen zu lernen

Bindung in der Schwangerschaft

Nun ist es soweit – mit einem positiven Schwangerschaftstest in der Hand beginnt eine neue Lebensphase für die Frau und auch den Mann. Mit der Bestätigung durch die Frauenärztin, vielleicht das erste Sehen des neuen Lebens und das Hören des Herzschlages beginnt Bindung.

Der Kontakt zum Baby beginnt bewusst und unbewusst– zuerst nur in deiner Fantasie und später über das Spüren der Kindesbewegungen im Bauch, und die Vorstellung darüber wie das Kind in deinem Bauch denn wohl sein mag – wird es ein Junge oder ein Mädchen? wird es wild oder ruhig? – wie wird es aussehen?- was hat es von dir, was hat es von deinem Partner?

Ungefähr ab der 17.Schwangerschaftwoche spürst du zum ersten Mal die Bewegungen deines Kindes. Die sanften Bewegungen wollen vielleicht sagen – „ich bin da“ – du kannst als Mama oder Papa über den Bauch streicheln, und dem Baby dabei sagen – „wir spüren dich““. Durch die Berührungen entsteht eine neue Art der Kommunikation zwischen Eltern Geschwisterkindern und Baby. Durch diesen regelmäßigen Kontakt durch Berührung zum Baby fällt es euch leichter, nach der Geburt die Verbindung aufzunehmen. Die Entwicklung von Bindung wird erleichtert, ihr als Eltern feinfühliger und emotionaler reagiert.

Die Entwicklung der Bindung zu deinem Baby hängt von deinen eigenen Bindungserfahrungen ab. Denn gerade in der Auseinandersetzung mit der neuen Rolle als zukünftige Mama und Papa beginnen Eltern sich an ihre eigene Kindheit zu erinnern. Diese Gedanken bieten eine tolle Chance zu reflektieren, was ihr für euer Kind aus der eigenen Erziehung und Zuwendung weitergeben möchtet – d.h. was war für euch besonders schön und woran könnt ihr euch erinnern – oder aber auch Situationen in denen ihr euch bewusst entscheidet einen anderen und liebevolleren und feinfühligeren Weg, mit eurem Baby zu gehen.

Für eine sichere Eltern-Kind Bindung von Anfang an ist es wichtig dass sich die werdenden Eltern und vor allem die schwangere Frau sicher, geborgen und behütet fühlen. Dieses gilt für die Paarbeziehung ebenso, als auch für die Herkunftsfamilien und den Freundeskreis. Denn eure Paarbeziehung wird sich durch die Entscheidung eine Familie zu gründen verändern. Es wird euch bewusst oder unbewusst klar, dass ihr auf diese besondere Art und Weise miteinander verbunden sein werdet – und zwar euer Leben lang. Denn für euer Kind seid ihr beide Eltern ab der Entscheidung für ein Kind – und das bleibt ihr auch euer ganzes Leben lang– egal wie sich eure Paarbeziehung vielleicht irgendwann entwickelt.

Familie und Freunde, Verwandte und Bekannte sollten in der oftmals sensiblen und emotionalen Zeit im besten Fall euer sicherer Hafen sein.

Allein die Möglichkeit und das Wissen, dass ihr euch jederzeit bei den Menschen eures Vertrauens Hilfe holen könnt ,und in der oftmals anstrengenden Anfangszeit nicht alleine sein werdet mit dem Baby und der neuen Lebenssituation ,wirkt sich psychisch sehr entlastend aus.

Je Angst und stressfreier die Schwangerschaft besonders von der werdenden Mama erlebt wird desto entspannter kann sich der Fötus während der Schwangerschaft entwickeln. Stress und Hektik stehen den Kontakt mit deinem Baby im Weg. Wenn du in deiner Schwangerschaft häufig unter Stress stehst – so bekommt dein Baby diesen auch mit. Dein Körper entwickelt Stresshormone wie z.B. Adrenalin und Cortisol – und diese gelangen über den Mutterkuchen und der Nabelschnur zu deinem Baby. Dein Baby bekommt dadurch schon in deinem Bauch eine höhere Körperspannung, und wird sich gegen den Stress durch abwehrende Strampelbewegungen bemerkbar machen – und dieses wirkt sich belastend auf das Nervensystem deines Babys aus.

Aus diesem Grund ist ein bewusstes „in Kontakt kommen mit dem Baby und zu sich selbst“ bereits in der Schwangerschaft besonders wichtig.

Gerne gebe ich die Idee von Margret Sedding Hebamme und Psychotherapeutin an dich weiter um mit deinem Baby in Kontakt zu kommen  - denn bereits hier entsteht Bindung

Kontakt mit deinem Baby aufnehmen:

Die Baby-Zeit – Langsamkeit entdecken

  • Suche dir einen angenehmen, ruhigen Ort zu Hause, wo du ungestört bist, mach es dir bequem, damit sich dein Körper entspannen kann.
  • Nimm dir Zeit in deinen Körper hineinzuspüren.
  • Lenke deine Aufmerksamkeit auf deine Atmung – spüre wie die Luft ein- und ausströmt, wo sich dein Körper ausdehnt.
  • Lege deine Hände auf eine Stelle am Bauch, die dir angenehm ist.
  • Spür den Kontakt deiner Hände und lass deinen Atem langsam in diese Richtung fließen
  • Warte ab – dein Baby wird sich melden.

Genieße diese kostbaren Momente – gerne auch gemeinsam mit deinem Partner, und freut euch auf die spannende Anfangszeit mit eurem Baby!

Weitere Möglichkeiten in der Schwangerschaft die Bindung zu eurem Baby aufzubauen und in Kontakt mit dem Baby zu kommen sind:

Bindung durch Berührung -Schmetterlingsmassage für Schwangere

Tiefenentspannung für Schwangere

Bindungsbasierte Beratung für Schwangere

Babyglück 1.0

Babyglück 2.0

SAFE-Kurs

SAFE-Einzelberatung

 

Quellenangaben: K.H. Brisch Säuglinge und Kleinkinder; Schwangerschaft und Geburt, Susanne Mierau Geborgen Wachsen, Elterninfo 34 –ein Supplement der deutschen Hebammen Zeitschrift;

Bindungsbasierte Erziehung

Kinder beim Großwerden zu begleiten, ist eine tolle und herausfordernde Aufgabe für Eltern. Im Alltag kommt es jedoch manchmal zu Situationen in denen Eltern nicht mehr wissen wie sie mit ihren Kindern ruhig und freundlich kommunizieren – und ihr Kind liebevoll begleiten und unterstützen können – wenn der kleine Schatz schreit, tobt, kratzt beißt und sich nicht an „vereinbarte Regeln“ hält.

Zeigt ein Kind Verhaltensweisen welche von Erwachsenen als schwierig, nicht händelbar oder herausfordernd bezeichnet wird – so brauchen sie von ihren Eltern ein verständliche klare und wertschätzende Rückmeldung – sie brauchen in jedem Fall in ihrem Wut und Zorn KONTAKT zu ihren Eltern. Das Zusammenspiel vom Verhalten des Kindes und das der Eltern muss gemeinsam betrachtet werden. Eltern die ausgeruht sorgenfrei und gut gelaunt sind – können Wut, Trotz- Pubertäts- oder Schreianfälle ihrer Kinder viel besser aushalten als Eltern die müde, belastet, sorgenvoll und angespannt sind. Wir alle kennen das Gefühl in einer Situation der Überforderung mit dem Kind in einem unfreundlichen Ton zu sprechen, und sich vielleicht im Nachhinein zu denken – dass das elterliche Verhalten nun nicht gerade liebevoll und feinfühlig war.

Oftmals bemerken Eltern dass sie in manchen Situationen sehr wütend reagieren, und sie das Verhalten ihres Kindes kaum aushalten können. Wenn dieses passiert, so hat das Kind bei Mama oder Papa einen sogenannten „Triggerpoint“ getroffen.

In diesem Moment werden durch das Verhalten des Kindes bestimmte negative Gefühle bei Erwachsenen ausgelöst- die sie aus ihrer eigenen Erfahrung kennen. In der bindungsbasierten Erziehungsberatung werden Eltern für diesen Prozess sensibilisiert mit dem Ziel ihre eigene Erziehungskompetenz und Reflexionsfähigkeit zu stärken um für ihre Kinder feinfühlig und liebevoll agieren können.

Als Eltern empathisch und feinfühlig zu sein wenn Kinder toben und schreien – bezeichne ich als die „Königsdisziplin der Erziehung“.

Denn in diesen herausfordernden Momenten ist es wichtig das Eltern ruhig bleiben und für ihr Kind da sind. Wut – Zorn – Zerstörung und Schreianfälle sind Zustände in denen Kinder Hilfe und Unterstützung ihrer Eltern brauchen. Die häufig praktizierte Auszeit im Zimmer oder Timeout zum Nachdenken sind für Kinder keine Möglichkeit mit ihren Gefühlen besser umgehen zu können – sondern vermitteln ihnen – dass in ihrer großen Not – nämlich im Zorn – Niemand für sie da ist – und sie alleine gelassen werden.

Die Aufgabe von Erwachsenen in diesem Moment ist es, das Kind in seiner Regulationsfähigkeit zu unterstützen – um wieder in Balance zu kommen. Wir kennen das bereits aus dem Babyalter – und im Grunde ist der Umgang mit einem brüllenden vierjährigen Kind der Gleiche wie mit einem Baby, das untröstlich weint.  Die große Erleichterung haben wir im fortgeschrittenen Alter bei Kindern- denn wir können mit ihnen kommunizieren. Wir haben die Chance als Eltern unsere Kinder zu fragen, was ihre Welt denn gerade so ins Wanken gebracht hat – und wie sie sich gerade fühlen.

Um ein wütendes Kind liebevoll und empathisch zu begleiten und es zu beruhigen, muss es spüren – dass es seine Eltern tatsächlich emotional verstehen.

Das bedeutet – erst wenn das Kind spürt - dass wir als Erwachsene wirklich fühlen wie sich seine Verzweiflung, Zorn und Trauer gerade anfühlt, und dieses dem Kind auch sagen, wird sich das wütend schreiende Kind beruhigen. Sie fühlen sich angenommen und wissen, dass sie in diesem schwierigen Moment nicht alleine gelassen werden- und lernen dadurch Empathie und Einfühlungsvermögen.

Es heißt Erziehung ist das letzte große Abenteuer unserer Zeit– und Eltern sein- ist ganz bestimmt nichts für „Angsthasen“!

Ich freue mich euch durch stürmische Zeiten begleiten zu dürfen – und auf dein bockiges wütendes und brüllendes Kind!

Ich unterstütze euch gerne auf eurem Weg der liebevollen Erziehung eurer Kinder!

Die sichere –Eltern- Kind-Beziehung

Eine sichere Bindung von Anfang an...

Die Entwicklung einer sicheren Bindung zwischen Eltern und Kind ist eine großartige Grundlage für eine gesunde körperliche, psychische und soziale Entwicklung eines Kindes. Wir sollten daher alle Anstrengungen unternehmen, Eltern und Kinder in ihren ganz frühen Entwicklungsphasen so gut zu unterstützen, dass dieser wichtige Entwicklungsschritt bestmöglich gelingen kann.

Mit einer sicheren Bindung werden die Eltern große Freude an ihrem Kind haben, weil sicher gebundene Kinder eine bessere Sprachentwicklung haben, flexibler und ausdauernder Aufgaben lösen, sich in die Gefühlswelt von anderen Kindern besser hineinversetzen können, mehr Freundschaften schließen und in ihren Beziehungen voraussichtlich glücklichere Menschen sein werden. (Karl Heinz Brisch)

Was ist Bindung:

Bindung bezeichnet die spezifische, emotionale Verbindung zwischen zwei Personen über Raum und Zeit. In der Entwicklungspsychologie bezeichnet die sichere Bindung die Qualität der Bindung, die das Baby zu seiner Bezugsperson entwickelt. Der Wunsch des Babys , nach einer sicheren Bindung ist dem Baby angeboren, daher wird es sich nach Möglichkeit eine sichere Bindungsperson suchen, die ihm Schutz, Pflege und Unterstützung zukommen lässt. Das Bindungsverhalten des Babys hat sich im Zug der Evolution geformt und dient der Arterhaltung. Zu diesen Bindungsverhalten gehören, dass das Baby versucht  mit Signalen, wie etwa seiner Mimik, seiner Lautäußerungen und seiner Körpersprache seine grundlegenden Bedürfnisse zu vermitteln, in der Hoffnung dass die Betreuungsperson  meistens ist das die Mutter und der Vater, seine Signale verstehen und feinfühlig darauf reagieren. Feinfühlig auf die Signale zu reagieren, bedeutet, dass die Bezugsperson in der Lage ist – diese Signale wahrzunehmen, richtig zu interpretieren und prompt und angemessen darauf zu reagieren. Eine Sichere Bindung des Babys zu seinen Eltern, wird sich im Laufe des ersten Lebensjahres besonders dann entwickeln können, wenn das Baby in diesem Zeitraum vorwiegend die Erfahrung machen durfte, dass seine Betreuungspersonen überwiegend feinfühlig auf seine Signale reagiert haben.

Alle Eltern wollen nur das Beste für ihre Kinder. Sie handeln nach bestem Wissen und Gewissen. Trotzdem kann es passieren, dass die Eltern aufgrund mangelnder Kenntnisse über die grundlegenden Bedürfnisse oder aufgrund eigener belastender Erfahrungen, aus der Kindheit sich ihrem Baby gegenüber, in einer Weise verhalten, die dem Entstehen einer sicheren Bindung entgegenwirken können. Daher ist es wichtig dass sich die Eltern über grundlegende Bedürfnisse und Signale eines Babys informieren und sich über das eigene Verhalten dem Kind gegenüber bewusst werden.

Der Vorteil einer Sicheren Bindung:

Aus der Wissenschaft weiß man, dass eine sichere Bindung für die seelische Entwicklung des Bays der beste Start ins Leben ist. Eine sichere Bindung bietet eine sehr gute Basis für eine gesunde körperliche, seelische, geistige und soziale Entwicklung des Babys. Ein sicher gebundenes Baby ist in der Lage, seine Umwelt mit großer Neugierde zu erkunden. Daher weiß man heute auch: „Eine sichere Bindung kommt vor Bildung“. Kinder mit einer sicheren emotionalen Bindung zeigen unter anderem mehr prosoziales und weniger aggressives Verhalten, haben größere Fähigkeiten zur Empathie und daher auch mehr und bessere Freundschaftsbeziehungen. Sie sind kreativer und ausdauernder bei Leistungsanforderungen und zeigen bessere Fähigkeiten beim Lernen und mehr Bewältigungsmöglichkeiten in schwierigen Situationen als Kinder mit einer unsicheren Bindungsentwicklung.

Gute soziale Bindungen fördern die kognitive Entwicklung und den Schulerfolg

Sicher gebundenen Kindern gelingt es leichter, eine gute Beziehung zu ihren Lehrern aufzubauen, deren Bildungsangebot anzunehmen, für sich zu nützen und gleichzeitig, konstruktiv kritisch zu bleiben. Die Vorteile der sicheren Bindung wirken in das ganze weitere Leben hinein. Auch die Fähigkeit im Erwachsenenleben ein gutes soziales Netz aufzubauen und in einer tragfähigen positiven Partnerschaft zu leben, wird durch sie unterstützt.

Die Nachteile einer unsicheren Bindung

Das bindungsunsichere Muster gilt als ein Risikofaktor für die psychische Entwicklung. Dies bedeutet, das bindungsunsichere Kind nicht so widerstandfähig sind, gegenüber psychischen Belastungen, sie entwickeln unter Belastungen wie Scheidung, Umzug Trennung, Verluste eines Freundes, eher psychische Auffälligkeiten als bindungssichere Kinder.

In psychischen Belastungssituationen haben sie nicht so ausgeprägte Bewältigungsmöglichkeiten, wie bindungssichere Kinder, sie ziehen sich eher zurück, wollen alleine sein, und weniger Hilfe in Anspruch nehmen. Bindungsvermeidende Kinder wollen besonders Probleme, eher für sich alleine lösen, auch wenn sie in Not sind, da sie die Erfahrung gemacht haben, dass ihnen niemand zu Hilfe kam. Bindungsambivalente Kinder dagegen sind extrem unselbstständig und klammern sich eher an Bindungspersonen und trauen sich keine Lösung zu. Unsicher gebundene Kinder haben nicht so viel Freunde, sind nicht so gerne in Gruppen, lösen Konflikte eher durch aggressive Auseinandersetzung und können nicht so gut Kompromisse finden. Ihre Gedächtnisfähigkeiten, Lernleistungen, Sprachentwicklung, Ausdauer, Flexibilität und Teamfähigkeiten sind nicht so ausgeprägt wie bei bindungssicheren Kindern.

Auch ihre Empathiefähigkeit ist nicht so differenziert und ausgeprägt, wie die von bindungssicheren Kindern. D.h. es fällt ihnen wesentlich schwerer, sich in die Gefühle, Gedanken und Handlungsabsichten von Spielkameraden, oder auch von Erwachsenen einzufühlen. Genau diese Fähigkeit, ist eine der großen Voraussetzungen, um harmonische Freundschaften führen zu können. Dies ist auch die Voraussetzung dafür um später feinfühlig auf die Signale von eigenen Kindern eingehen und diesen zu helfen, um auf einen bindungssicheren Weg zu kommen.

Die Bindungstypen:

Bei Kleinkindern  von 12 – 18 Monaten kann man in der sogenannten „Fremde Situation Test“ (das ist ein wissenschaftlicher standardisierter Test nach Mary Ainsworth) die Bindungsqualität bzw das Bindungsmuster erfassen. Man unterscheidet in drei Hauptgruppen: „sicher“, „unsicher-vermeidend“  und „unsicher-ambivalent“ gebundene Kinder. Bei der Vierten Gruppe der „desorganisierten/desorientierten“ Kinder lässt sich gar keine Zielgerichtete Bindungsstrategie erkennen.

Das Bindungsmuster welches das Kleinkind zu seiner ersten Bezugsperson aufgebaut hat, bleibt über das ganze Leben relativ stabil und beeinflusst die Gesamtentwicklung und den Werdegang der Persönlichkeit. Bindungsmuster können von Generation zu Generation weitergegeben werden. Daher ist es wichtig die eigenen Bindungsmuster zu erkennen und mit Hilfe von Rückmeldungen zum eigenen Verhalten zu lernen, wie das Bindungsmuster des eigenen Babys auf einen sicheren Weg gebracht werden kann.

 

Quellenangabe:

www.safe.programm.de

Lesen Sie zum Thema Stillen diese PDF mit Tipps zum Stillen von ANDREA EIGENTLER, LLL-BIA

E. Stillen

Weinen als wichtiges Kommunikationsmittel zwischen Baby und Eltern

Das Weinen ist ein wichtiger Teil der Kommunikation zwischen euch und eurem Baby. Es möchte euch etwas sagen, denn es weint aus einem bestimmten Grund – und möchte dass ihr es versteht. Die nicht immer einfache Aufgabe für euch als  Eltern dabei ist – herauszufinden warum das Baby weint, und was es in  diesem Moment braucht. Wenn es jedoch darum geht die Ursachen für das Weinen– zu erkennen – ist es wichtig die verschiedenen Formen des Weinens zu unterscheiden.

Eine der wichtigsten Botschaften an Eltern: 

Babys weinen niemals aus JUX und TOLLEREI – oder gar aus Boshaftigkeit!

Sie weinen weil sie euch brauchen!!!! Die Physiotherapeutin, und eine meiner Ausbildnerinnen Mechthild Deyringer gliedert das Weinen von Babys in vier unterschiedliche Bereiche.

Bedürfnisweinen:

Dazu zählen Hunger, Durst, Wärme, Kälte – dein Baby möchte Nähe und Geborgenheit, es möchte mehr Anregungen. Dieses Weinen hört auf – wenn das Bedürfnis erkannt und beantwortet wird.

Schmerzen oder Erkrankungen:

Wenn scheinbar kein Grund gefunden werden kann warum das Baby weint – sind Eltern und auch andere Menschen instinktiv beunruhigt – weil die Vermutung, das Baby hat Schmerzen oder ist krank sehr nahe liegt. Hier ist es wichtig mit euerm Baby eine Hebamme oder den Kinderarzt auszusuchen. Schmerzen und Unruhezustände können auch durch z.B. geburtsbedingte Belastungen entstehen.

Im Weiteren muss dabei auch das Autonome Nervensystem beachtete werden.

Hat dein Baby Schwierigkeiten mit seiner Regulationsfähigkeit und befindet sich in einem Dauerspannungszustand der durch unterschiedliche Situationen ausgelöst werden kann – so wird auch von einer eingeschränkten Regulationsfähigkeit gesprochen – d.h dein Baby weint sehr viel und lässt sich nur schwer beruhigen. (Mehr über das Autonome Nervensystems  findest du unter Wissenswertes – Berührung und Babymassage)

Stressweinen:

Wenn das Baby viel erlebt, vielen Reizen ausgesetzt ist – wie z.B. in der Anfangszeit sehr viele Besucher-die das Baby sehen oder vielleicht auch anfassen, ein Besuch 

in einem Einkaufszentrum, angespannte-gestresste Eltern u.s.w. – so kann es bei eurem Baby zu Reaktionen kommen. Die Spannung bei dir als Mama, Papa oder auch innerhalb eurer Familie steigt (manchmal auch unbemerkt) an – und euer Baby reagiert auf diesen Zustand. Zuerst wird euch euer Baby vielleicht durch zappeln, Vermeidung des Blickkontaktes und Unzufriedenheit zeigen – dass es ein Pause und eure Unterstützung braucht – um wieder in seine innere Balance zu kommen. Könnt ihr als Eltern eurem Baby in diesen Momenten eine Beruhigungshilfe wie z.B. Tragen, Wiegen, Stillen und am wichtigsten eure eigene innere Ruhe anbieten – so wird das Baby in kürzester Zeit wieder zur Ruhe kommen.

Gelingt es euch in diesem Moment –aus welchen Gründen auch immer- nicht euer Baby auf seinem Weg zur inneren Balance zu begleiten – können Babys ihren Stress nur mehr durch Weinen abbauen.

In dieser, für Eltern häufig stressigen oder überfordernden Situation- verwechseln Eltern manchmal das „zur Ruhe kommen des Babys“ mit Langeweile und beginnen dem Baby Anregungen und stärkere Stimulationen zu geben- was dazu führt, dass das Baby für kurze Zeit seine Aufmerksamkeit nochmal bündelt – um danach sehr heftig zu weinen beginnt. Sie entladen ihre Überspannung in ein Stressweinen – das noch heftiger wird wenn der Stresspegel der Eltern über längere Zeit schon erhöht war, und durch das Weinen des Babys noch weiter steigt.

Erinnerungsweinen:

Bei dieser Art des Weinens, wird davon ausgegangen das Erinnerungen das Weinen auslöst und keine aktuelle Ursache hat. Ihr erkennt das Erinnerungsweinen daran, dass euer Baby meist sehr unvermittelt, ohne erkennbaren Grund. Ohne Quengelphase oder Vorwarnung zu weinen beginnt. Es kann wellenartig verzweifelt oder wütend sein – und kann einigen Minuten oder auch stundenlang dauern. Meistens tritt es in der 5, 6 und 9 Lebenswoche gehäuft auf und kann durch Überstrecken des Rückens und Abstoßbewegungen der Beine begleitet sein.

Hilfestellungen mit einem weinenden Baby!

Die wichtigste Sofortmaßnahme wenn euer Baby weint ist – Körperkontakt - ganz egal was die innere Welt des Babys ins Wanken gebracht hat – und warum es weint – Nimm das Baby in den Arm.

  • Mach dir bewusst, dass das Weinen eures Babys vorübergehend ist, und manchmal für euch dramatischer erscheint als für euer Baby – denn das Baby kann in diesem Moment nur über das Weinen mit euch „Sprechen“!
  • Spüre deinen Körper – nimm Kontakt zu deinem Körper auf! Nur wenn du deinen Körper (wieder) zu spüren beginnst – erlebt dich das Baby als haltgebende Person.
  • Atme bewusst tiefer und langsamer – und erkenne dabei, dass dein Baby in deinem Arm- über deinen Bauch- dein tiefes und langsames und ruhiges Atmen spürt, und sich diese Ruhe auch auf dein Baby langsam beginnt zu übertragen.
  • Spüre den Boden unter deinen Füßen. Was dir in diesem aufregenden Moment mit einem weinenden Baby am Arm vielleicht etwas banal erscheint – wirkt wie ein „Wundermittel“. Durch das bewusste spüren der Füße am Boden beginnen sich Erwachsene zu stabilisieren – und das erlebt euer Baby auch.
  • Beginne mit deinem Baby im Arm zu gehen – oftmals erleichtert ein deutliches Aufsteigen oder sogar anfängliches Stampfen – als Methode- deine Bemühungen dein Baby zu beruhigen. Beginne während des Gehens dein Baby und dich sanft hin und her zu wiegen – linke Körperseite –rechte Körperseite

 

Das Wiegen des Babys, das Sprechen mit ihm über seine innere Befindlichkeit, die Stimme der Eltern, Gesang -all dies trägt dazu bei, dass sich euer Baby nicht alleine fühlt. Es braucht in diesem Moment die Sicherheit und den Schutz der Eltern. Wenn das Baby weint – ist es wichtig, dass die Eltern dem Baby vermitteln können: Du bist in diesem schwierigen und aufregenden Moment nicht alleine - ich bin da und halte und tröste dich auch wenn ich nicht weiß was du gerade brauchst.

Alleine die innere Haltung der Eltern hilft dem Baby so über stressvolle Phasen hinweg zu kommen.

Euer Baby möchte von euch entdeckt werden – und dabei ist es für das Baby nicht so wichtig ob ihr die Bedürfnisse sofort erkennt – oder einige Zeit dauert bis ihr wisst was es gerade braucht – das Wichtigste hierbei ist, das Baby nicht alleine zu lassen sondern immer bei ihm zu bleiben!

Manchmal ist es jedoch für Eltern nicht möglich den Grund des weinenden Babys zu enträtseln. In diesen Fällen bleibt den Eltern nichts anderes übrig als das Baby auf dem Arm zu wiegen zu trösten und auszuhalten dass das Baby weint. Denn früher oder später taucht vielleicht doch noch eine Idee auf – warum das Baby weinen könnte – oder was es gerade braucht.

Das Weinen eines Babys auszuhalten bedeutet für Eltern Stress und Aufregung; sie werden durch das Schreien des Kindes in Alarmbereitschaft versetzt. Durch den Stress steigen Puls der Blutdruck sowie der Blutzuckerspiegel.  Auf diese Weise werden Eltern körperlich und psychisch darauf eingestellt, das Baby zu betreuen und zu versorgen – und auf das Weinen zu reagieren.

Es wird oftmals angenommen, dass Eltern intuitiv wissen was ihr Baby braucht – und wie sie es beruhigen können. Dies ist aber nicht immer der Fall – besonders wenn sie gestresst sind – Ängste haben oder unter Anspannung stehen.

Denn dann beginnt der Teufelskreis. Die Eltern wissen nicht wie sie ihr Baby beruhigen sollen und werden immer besorgter ängstlicher und verunsichert – die körperliche Anspannung nimmt zu. Diese Anspannung überträgt sich auf das Baby – was zur Folge hat, dass es noch mehr weint. Irgendwann weiß dann niemand mehr was Anfang Auslöser, Ursache und was Folge des Weinens ist. Wichtig ist, dass Eltern sich vor dem Versuch, ihr Baby zu beruhigen – selbst von Ängsten und Sorgen entlasten. Was so einfach  klingt – ist gerade in der Anfangszeit oftmals sehr schwierig für Jungeltern. Denn um das Baby zu beruhigen müssen die Eltern innerlich ausgeglichen sein. Schaffen sie es selbst in einen entspannten Zustand zu kommen – können sie auch adäquat auf die Bedürfnisse ihres Babys eingehen. Aus diesem Grund habe ich mich für den bindungsbasierten Schwerpunkt in meiner Arbeit entschieden – der im Fokus die Bedürfnisse des Kindes sowie die der Eltern miteinbezieht – mit dem Ziel einer sicheren Eltern Kind Bindung.

Angebote und Unterstützung  dazu findet ihr in folgenden Angeboten

  • Bindungsbasierte Beratung für Eltern mit Babys, Kleinkinder, Kinder
  • Bindung durch Berührung – Schmetterlingsmassage
  • Babyglück 1.0 und Babyglück 2.0
  • Walk & talk
  • SAFE® Sichere Ausbildung für Eltern